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17.12.2018 : 20:41 : +0100

Sozialkunde/PW/Geschichte an unserem OSZ


Das Fach Sozialkunde oder - wie es im Gymnasium, der Berufsoberschule und der Fachoberschule ab Klasse 12 heißt - Politikwissenschaft hat in den Augen der Öffentlichkeit vielfältige Aufgaben zu erfüllen:
Es soll zunächst staatsbürgerkundliches Wissen vermitteln, den Politikbetrieb in unserem Land verständlich machen, zugleich aber auch die jungen Bürger für die Demokratie einnehmen, ohne dabei unkritisch Missstände zu verschweigen oder zu beschönigen.

Darüberhinaus erscheint der Sozialkundeunterricht einer der prädestinierten Orte der Vermittlung von Werten zu sein - Werten der freiheitlich-demokratischen Grundordnung, aber auch allgemein Werten des gedeihlichen Miteinanders von Menschen, wie Toleranz, Einfühlungsbereitschaft, Rücksichtnahme, Respekt usw. Diese Erwartungshaltung gegenüber dem Fach ist sicher berechtigt und deckt sich auch mit der Berufsmotivation der unterrichtenden Lehrer. Ich möchte dem aber noch folgende Anmerkungen hinzufügen:

Entgegen einer verbreiteten Vorstellung ist der Politikunterricht keine Dsikussionsveranstaltung und das Fach Soziakunde kein "Laberfach", für das man nichts zu lernen braucht. Andererseits ist es aber auch kein "Paukfach". Verlangt wird vielmehr eine Arbeitshaltung, die die Bereitschaft zur aktiven Aneignung von Sachwissen mit der Fähigkeit die vorgegebenen Verhältnisse kritisch, aber fair zu hinterfragen verbindet.

Unsere Schüler sind im Allgemeinen an Politik nicht uninteressiert. Einer internationalen Studie zufolge sind die deutschen Schüler sogar die interessiertesten der gesamten EU. Diese an sich positive Einstellung wird jedoch durch das sich häufende Fehlverhalten etlicher Prominenter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft konterkariert, was die Arbeit von uns Politiklehrern nicht gerade erleichtert. Auch moralische Werte sind bei den Schülern nach unserer Erfahrung hoch im Kurs. Man glaubt sie jedoch nur im engen Familien- und Freundeskreis verwirklichen zu können. Außerhalb gelte der blanke Egoismus und das Ellbogenprinzip. Beide Faktoren können leicht zu Politikverdrossenheit und einer sich verhärtenden Anpassung an die vermeintlich egoistische Umgebung führen. Dem kann die Schule zwar entgegenwirken und sie tut dies auch. Wertevermittlung findet jedoch nicht nur in der Schule statt. Sie als Eltern und Sie als Schüler können diese nachhaltig unterstützen, indem Sie

  • das politische Geschehen in den Medien (Presse, Radio, TV) nach Möglichkeit verfolgen
  • mit Ihrem Kind bzw. Ihren Eltern gelegentlich hierüber diskutieren
  • versuchen, auch wenn es manchmal schwer fällt, gegenüber dem politischen und wirtschaftlichen Geschehen eine konstruktive, zukunftsorientierte Haltung einzunehmen, denn wir alle, besonders unsere Jugendlichen, brauchen eines ganz besonders: Optimismus und die Zuversicht das Leben aus eigener Kraft meistern zu können.